“We are business – not political” hat mir mal ein Mann vom amerikanischen Apple-Support am Telefon gesagt, als ich mit ihm während der Wartezeit bei einem technischen Problem über Außenpolitk diskutieren wollte. Habe ich mir immer zu Herzen genommen, Politik hat im Geschäft schlichtweg nichts zu suchen. Aber heute gibt es doch mal etwas aus der Politik zu berichten, was uns wieder ein wenig an den normalen Menschenverstand unserer Interessenvertreter glauben lässt!
Eine Initative der FDF von Bundestagsabgeordneten Patrick Döring, hier zunächst der Wortlaut der Pressemitteilung:
Pressemitteilungen vom 01.03.2007:
Mehr Freiraum für die Sport- und Freizeitschifffahrt
BERLIN. Vor der heutigen Debatte um den FDP-Antrag „Sport- und Freizeitschifffahrt in Deutschland erleichtern“ im Deutschen Bundestag erklärt der Abgeordnete Patrick Döring, Sprecher der FDP-Fraktion für EU-Verkehrsfragen:
Die Regelungen in der Sport- und Freizeitschifffahrt sind verwirrend, überkomplex und unpraktisch. Es ist höchste Zeit, dass in diesen Vorschriftendschungel eine Schneise geschlagen wird. Die FDP fordert daher vor allem, den Einstiegsbereich, in dem man ohne Führerschein ein Boot lenken darf, sinnvoll zu erweitern. Derzeit muss bereits für ein Boot mit mehr als 5 PS ein Führerschein vorliegen. Ebenso gut könnte man da im Straßenverkehr auch Führerscheine für Radfahrer verlangen.
Außerdem sollen die Bootsführerscheine Binnen und See zu einem Allgemeinen Amtlichen Bootsführerschein zusammengefasst werden. Im Straßenverkehr braucht schließlich auch niemand einen Führerschein für Landstraßen und einen für Autobahnen. Und der ganz überwiegende Teil aller Bootsführer macht bereits heute beide Führerscheine – mit doppelten Kosten und doppeltem Aufwand. Wenn es eine Differenzierung der Bootsführerscheine geben soll, dann wie im Straßenverkehr nach der Art des Fahrzeugs und nicht nach dem Einsatzgebiet.
Diese Änderungen erleichtern den Einstieg in die Sport- und Freizeitschifffahrt und beleben damit auch den Tourismus z.B. an den norddeutschen Küsten, am Bodensee oder der Mecklenburgischen Seenplatte.
Die Vorschläge der FDP sind mit Augenmaß gemacht. Der Blick nach Europa zeigt, dass Deutschland mit seinem dichten und strengen Regelungswerk nicht mehr Sicherheit schafft. In den Niederlanden etwa gilt eine führerscheinfreie Grenze von 20 km/h und Großbritannien hat – ohne jede Führerscheinpflicht! – die geringste Unfallquote aller Länder. Vor diesem Hintergrund ist durch unsere maßvollen Vorschläge kaum ein Verlust an Sicherheit zu erwarten – aber dafür ein immenser Gewinn für die Liebhaber der Sport- und Freizeitschifffahrt und alle, die es werden wollen.
Und dazu dann auch eine “Kleine Anfrage” an die Bundesregierung zu diesem Thema:
Antrag
der Abgeordneten Patrick Döring, Hans-Michael Goldmann, Detlef Parr, Horst Friedrich (Bayreuth), Jan Mücke, Joachim Günther (Plauen), Jens Ackermann, Dr. Karl Addicks, Christian Ahrendt, Daniel Bahr (Münster), Uwe Barth, Rainer Brüderle, Angelika Brunkhorst, Ernst Burgbacher, Jörg van Essen, Otto Fricke, Dr. Edmund Peter Geisen, Miriam Gruß, Dr. Christel Happach-Kasan, Heinz-Peter Haustein, Elke Hoff, Dr. Werner Hoyer, Michael Kauch, Dr. Heinrich L. Kolb, Gudrun Kopp, Jürgen Koppelin, Heinz Lanfermann, Sibylle Laurischk, Harald Leibrecht, Ina Lenke, Michael Link (Heilbronn), Horst Meierhofer, Patrick Meinhardt, Burkhardt Müller-Sönksen, Dirk Niebel, Hans-Joachim Otto (Frankfurt), Cornelia Pieper, Gisela Piltz, Jörg Rohde, Frank Schäffler, Dr. Hermann Otto Solms, Dr. Max Stadler, Dr. Rainer Stinner, Carl-Ludwig Thiele, Florian Toncar, Dr. Claudia Winterstein, Dr. Volker Wissing, Dr. Guido Westerwelle und der Fraktion der FDP
Sport- und Freizeitschifffahrt in Deutschland erleichtern
Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
Die Regelungen in der deutschen Sport- und Freizeitschifffahrt zur Erlangung eines Führerscheins sind verwirrend und überkomplex. Im europäischen Ver- gleich hat Deutschland die mit Abstand strengsten Vorschriften, ohne dass da- durch ein deutlicher Sicherheitsvorteil gewonnen würde. Während z. B. in Großbritannien, Irland und Skandinavien keinerlei Führerscheinpflicht besteht, müssen in Deutschland für Boote mit mehr als 3,68 KW (5 PS) Leistung unter- schiedliche Führerscheine für die Binnen- und Seeschifffahrt erworben werden. Neben amtlich vorgeschriebenen Führerscheinen existieren amtlich empfohlene Verbandszertifikate und unterschiedlichste Regelungen auf Bundes- und Landesgewässern.
Eine Zusammenfassung der Amtlichen Bootsführerscheine Binnen und See erscheint daher unbedingt sinnvoll. Dies führt zwar zu einem etwas erweiterten Umfang dieser Prüfung. Im Vergleich zu dem Aufwand, der bisher betrieben werden muss, um – wie 95 Prozent aller Sportbootführer – die Führerscheine Binnen und See zu erwerben, wäre der Prüfungsumfang jedoch deutlich geringer, da redundante Inhalte entfallen. Damit wird eine unnötig hohe Einstiegshürde in die Sport- und Freizeitschifffahrt gesenkt und mittelbar auch die Entwicklung des Wassersports auch unter touristischen Gesichtspunkten in Deutschland gefördert.
Dies bedeutet keinen Verlust an Sicherheit. Die Erfahrungen belegen, dass Sicherheit in der Sport- und Freizeitschifffahrt nicht durch eine restriktive Führerscheinregelung erreicht wird. Im Gegenteil produziert dies bisweilen sogar kontraproduktive Effekte: So sind Boote mit weniger als fünf PS in Gefahren- situation eigentlich allgemein untermotorisiert, werden aber durch die Eigner nicht aufgerüstet, um der Führerscheinpflicht auszuweichen. Eine internationale Studie zu Führerscheinregelungen in 30 Ländern hat deutlich aufgezeigt, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen den Führerscheinvorschriften und der Unfallhäufigkeit gibt. Dies wird auch durch die Erfahrungen mit den Charterregelungen in Deutschland nachgewiesen: Auf den für diese Regelung zugelassenen Wasserwegen sind die Unfallzahlen für Charterer ohne amtlichen Sportbootführerschein (Charterbescheinigung) kaum höher als die von Charterern mit Sportbootführerschein: Auf 7 500 Charterverträge kamen 2005 nur 70 Unfälle, davon 83 Prozent mit weniger als 1 000 Euro Schaden. 34 dieser Unfälle wurden von Fahrern mit Chartbescheinigung verursacht, die 41 Prozent aller Verträge ausmachten; 36 Unfälle gingen auf das Konto von Fahrern mit Sportbootführerschein (59 Prozent aller Charterverträge).
Dies zeigt eindrücklich, dass es bei der Sport- und Freizeitschifffahrt dort, wo das Risiko- und Gefährdungspotential generell niedrig ist, es weniger darauf ankommt, dass der Bootsführer einen Führerschein besitzt, sondern dass die Teilnehmer umsichtig handeln und die notwendigen praktischen Kenntnisse präsent sind, die z. B. für die Charterbescheinigung durch eine konzentrierte mehrstündige theoretische und praktische Einweisung vermittelt werden.
Wo das Risiko- und Gefährdungspotential höher ist – auf stark befahrenem oder wildem Gewässer oder auf hoher See –, ist eine gute Ausbildung indes sinnvoll. Allerdings gilt auch hier, dass die Vermittlung praktischer Grundlagen wichtiger ist als theoretisches Wissen. Denn anders als im Straßenverkehr wird die Bootsführung im Bereich der Sport- und Freizeitschifffahrt nur über wenige Wochen im Jahr ausgeführt. Auch sind Boote und Yachten in ihrer Konstruktion und Größe sowie insbesondere Manövrierfähigkeit sehr unterschiedlich. Die praktische Grundlagenausbildung muss deshalb bei der Ausbildung und Prüfung stärker gewichtet werden. Bereits vorhandene praktische Vorkenntnisse können deshalb auch ganz oder teilweise von der Verpflichtung zur praktischen Ausbildung entbinden.
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
– so schnell wie möglich das erfolgreiche Modell des Charterscheins auf weitere gefährdungsarme Strecken auszudehnen und die führerscheinfreien Reviere zu touristisch und wirtschaftlich interessanten Streckennetzen zu verknüpfen; dies gegebenenfalls auch unter Einbeziehung kurzer, mäßig befahrener Strecken von Wasserstraßen der Berufs- und Verkehrsschifffahrt;
– unter Berücksichtigung internationaler Erfahrungswerte zu überprüfen, ob eine Bindung der Mindestausrüstungsstandards für Sportboote, insbesondere Charteryachten, an das jeweilige Fahrtgebiet anstatt an die Schiffsgröße sinnvoll ist;
– des Weiteren einen über die 5-PS-Regelung hinausgehenden ungeregelten Einstiegsbereich in die Sport- und Freizeitschifffahrt zu definieren. Die Führerscheinpflicht darf nur für Fahrzeuge bzw. Verkehrsflächen mit wesentlichem Gefährdungspotential verpflichtend sein. Die Definition des Gefährdungs- und Risikopotentials muss unter Berücksichtigung internationaler Erfahrungswerte erfolgen;
– die amtlichen Bootsführerscheine Binnen und See zu einem Allgemeinen Amtlichen Bootsführerschein (AAB) zusammenzufassen;
– die Ausbildung und Prüfung zum AAB stärker auf relevante praktische Grundfähigkeiten abzustellen und im Sinne eines modularen Aufbaus des Systems die Ausbildungsverpflichtungen bei vorhandenen praktischen Vorkenntnissen zu reduzieren. Eine praktische Einweisung ist als Äquivalent zu einem theoretischen Sachkundenachweis z. B. für die Funkzeugnispflicht zu akzeptieren;
– in die Diskussions- und Entscheidungsprozesse zu diesen Fragen alle interessierten Kreise und Verbände einzubeziehen.
Berlin, den 11. Januar 2007
Dr. Guido Westerwelle und Fraktion
Die hier vorgestellten Zahlen sind so absurd, dass es schwerfällt, darauf ernsthaft zu antworten. “7.500 Charterverträge im Jahr 2005″, wenn es wirklich so wenig wären, lohnte das Geschrei doch gar nicht!
Und in 2005 nur 70 Unfälle, davon 83 Prozent (= 58 Unfälle) mit weniger als 1 000 Euro Schaden. Also gab es bundesweit in 2005 insgesmat nur 12 Schäden mit mehr als 1.000 € Schadenssumme? Sind die so doof, oder halten sie uns für so doof, das ernst zu nehmen?
Gleiches gilt für die völlig aus der Luft gegriffene Behauptung, 95 % der Absolventen des Sportbootführerscheines Binnen würden auch die Prüfung zum Sportbootführerschein See absolvieren. Wahrscheinlich hat jemand die Zahlen verglichen von Binnen Motor und Sportbootführerschein See, und dabei festgestellt, dass 5 % von einem der beiden mehr ausgestellt wurden. Daraus wurde dann forsch der Rückschluss gezogen, dass 95 % beide Scheine absolvieren. Überhaupt nicht zur Kenntnis genommen wurde dabei, dass es auch noch den Sportbootführerschein Binnen Segel und Motor gibt. Und mehr als die Hälfte der Absolventen dieses Scheines belässt es dabei. Aber in Zukunft müssten diese Kandidaten auch die SeeSchStrO, Navigation etc. lernen. Und natürlich auch im Umkehrschluß diejenigen, die nur See wollen, trotzdem die BinnenSchStrO kennen.
Auch heute kann man ja bereits die Prüfungen Binnen und See an einem Tag absolvieren; und wenn man dann z.B. die Frage nach dem Radeffekt doppelt beantworten muss, ist das doch viel weniger unangenehm, als wenn man ganze Schifffahrtstrassenordnungen kennen und lernen muss, auf deren Geltungsbereich man nicht beabsichtigt zu fahren.
Bei näherem Hinsehen entpuppt es sich also als populistisches Geschrei zur Anbiederung an das vermeintlich eigene Klientel.
Ich zitiere mal “Max” aus dem Forum Funkzeugnis:
“…die hier die deutsche Regulierungswut so anprangern, sollten wissen, dass man z.B. ohne jeglichen Führerschein mit einem zwanziger Jollenkreuzer und einem sechs-PS-Motor von Cuxhaven nach England segeln darf (und weiter, natürlich). Oder dass man mit dem Sportbootführerschein See als verantwortlicher Schiffsführer auf einer 25 – Meter – Motoryacht und mit 25 Knoten Fahrt bei Nacht über die Ostsee brettern darf!
“Überqualifiziert” ist mit den in Deutschland vorgeschriebenen Führerscheinen wohl niemand, der diesen Sport / Freizeitbeschäftigung verantwortlich betreiben möchte.”
Das es auf deutschen Küstengewässern so wenig (gleitende) Motoryachten zu chartern gibt, liegt doch nicht daran, dass dafür kein Markt existiert, sondern dass zu viele Schäden verursacht werden – trotz vorgeschriebenem Sportbootführerschein See!
es ist wirklich eine katastrophe, da denkt man, beim segeln gehts noch normal
zu, ohne alle möglichen vorschriften (die vorhandenen sind ausreichend)
und dann so ein schwachsinn. ik würd am liebsten an die decke gehen
das muss mit allen mitteln verhindert werden.
ich glaube von denen hat keiner ein blasse ahnung was er tut, die sollte
man mal kiel-holen schicken.
bis jetzt hat die seglergemeinschaft doch so ziemlich 1A funktioniert?!!!
Hallo Herr Kadach,
ich finde es auch skandalös, wie die Verbandsfunktionäre ihre eigenen finanziellen Interessen über die der Segler stellen, die sie eigentlich vertreten sollen. Vielleicht sollten die Charter-Unternehmen für ihre Kunden und alle anderen Segler, die die Nase davon voll haben, einen alternativen Verband initiieren, dem sich alle Vereine anschließen können, die sich nicht mehr vom DSV richtig vertreten sehen.
Ihrem Aufruf, die Protestnote gegen die Verschärfung der rechtlichen
Bestimmungen seitens des Gesetzgebers mit zu unterzeichnen möchte ich mich
nicht anschließen und mit folgenden Gründen auch offen dazu stehen.
Ich bin seit 1969 mit dem Segelsport verbunden. Sowohl als
Europameisterschaftsteilnehmer im 470er als auch seit über 20 Jahren im
Seesegelsport auf Fahrtenyachten und als Segelausbilder habe ich reichlich
Erfahrungen sammeln können. In dieser Zeit habe ich festgestellt, dass es
immer wieder und noch zu viele Hobbyskipper und Mitsegler gibt die meinen,
in Gefahrensituationen ihren Kahn einfach rechts parken zu können und
auszusteigen. Dann wird schon alles wieder gut. Soll heißen, durch
schludrige Ausbildung, schlechte Törnvorbereitungen und hohe
Risikobereitschaft durch Unkenntnis kommt es zu Unfällen. Leider auferlegen
sich nur zu wenige Skipper freiwillig hohem Sicherheitsstandard, weil der
Urlaubssegeltörn doch oft nur ein bis zwei Wochen im Jahr dauert. Das geht
schon gut. Wofür denn so viel Aufwand für die schönste Zeit des Jahres.
Leider verwechseln diese Menschen ihre Erfahrung im tagtäglichen
Straßenverkehr und dem Autofahren mit dem Segeln. Dieses hat wohl der
Gesetzgeber endlich erkannt, dass sich durch Appelle auf freiwilliger Basis
nichts bewegt und nun leider wieder mal Reglementierungen folgen (müssen)
die auch die treffen die sich, wie Sie und Ihre Fa., professionell mit dem
Segeln befassen.
Aber sehen Sie es doch gelassen. Durch Verbesserung der Sicherheit und
Segelqualität sinken die Schadenfälle und das kommt doch auch wieder Ihrem
Anspruch im Kundenservice (1. Klasse) entgegen.
Als Kunde werde ich Ihnen jedenfalls (wie schon seit 15 Jahren) auch
weiterhin treu bleiben und an meinem Anspruch an höchst mögliche Sicherheit
immer wieder freiwillig arbeiten.
Wer glaubt, dass man durch Reglementierung kompetente, gelebte Seemannschaft erzwingen kann wird sich wohl auf Enttäuschungen einstellen müssen.
Im übrigen denke ich, dass wenn die geringen Unfallzahlen zutreffen, eine Regelungshysterie wie hier angekündigt, völlig überzogen ist.
Ich lese selber die
Yacht und muss fairer Weise sagen, dass ich nicht alle Ansätze dieser Reform Blödsinn finde.
Sicher kann man sich über die Nummernschilder, zusätzliche Ausrüstung und eingeschränkte Scheine streiten.
Gut finde ich aber durchaus, die Ausbildung zu intensivieren, mehr Praxis zu fordern und mehr Inhalte zu bieten.
Erst letzten Sommer durfte ich, genau wie den Sommer davor, erleben, wie sich eure Bootsmänner kopfschüttelnd abgewandt haben, als wieder mal eine Crew versuchte die Box zu verlassen, während die Heckleine noch fest war. Am Ende stand ein Crewmitglied (der an der Vorleine) noch am Steg, als das Boot schon abgelegt hatte. Der Skipper rief ihm zu, er werde ihn gleich wieder
abholen. Aber Hauptsache, die hatten zuvor 5 Kästen Bier an Bord gehievt.
Ähnlich Manöver beobachte ich seit Jahren. Und diese schlechte Ausbildung war ja auch schon Anlass eines Fernsehbeitrags (2004 oder 2005) in dem Ihr und andere Charterunternehmen aus Heiligenhafen auch mitgewirkt habt.
Also, lasst uns doch das Positive der Reform mitnehmen und uns nur gegen den Blödsinn wenden.
Den Pauschalbrief der “Yacht” mit dem Inhalt “Ich bin gegen Alles”, werde ich deshalb nicht unterschreiben. Das riecht mir zu sehr nach Stimmungmache einer Klatschpresse und dem Versuch, wieder einige Abonnenten zu gewinnen.
Ich denke, wir alle sollten tun, was wir für richtig und vernünftig halten und nicht was eine Zeitung empfiehlt (Bild dir Deine Meinung).
Anscheinend lebt man in Berlin in einer Schein-Welt. Da hilft nicht mal Kopfschütteln.
Der Zeitschrift Yacht und allen weiteren Unterstützern der Protestnote kann man als Wassersportfreund nur herzlich danken! Ich werde mich gerne aus Überzeugung daran beteiligen. Unser Verein mit ca. 100 Mitgliedern sieht es auch so, dass hier eine Überregulierungswut und “Kassemacherei” über die Bootssportler hereinbricht, die ohne gleichen in Europa ist!
Die Motivation auch seitens des DSV ist nur zu leicht zu durchschauen. Wer unseemännisches Verhalten mancher Zeitgenossen anprangert, sollte bedenken, dass das kaum eine Frage von fehlender Ausbildung, sondern fehlendem Charakter ist und von Deutschen Wassersportlern es auch nicht mehr davon gibt, als anderswo.
Trotzdem haben wir in Deutschland vielleicht tatsächlich ein Ausbildungsproblem: eine Vielzahl, teils hoch angesetzter Fahrerlaubnisse und Funk- Sprengmittel und Sonstige Scheine, deren fachtheoretische Prüfungsfragen teils einen immensen hahnebüchenden Unsinn verzapfen.
Der Fisch fängt vom Kopf an zu stinken…. Also bessere gestraffte Scheine, keine übermäßichen Ausrüstungs- und Kennzeichnungspflichten und Prüfungen, die nicht allein in der Hand des DSV sind!
(Ps: natürlich halte ich die Trennung zwischen SEE und Binnen für sinnvoll, der Vergleich mit dem Auto hinkt hier gewaltig. Übrigens haben bei uns etwas über 90 % der Mitglieder beide Scheine!!!)
Man sollte sich auch beim DSV direkt beschweren: info@dsv.org und um mehr Einsicht bitten, wem man mehr dienen soll: den Mitgliedern oder den eigenen Machtinteressen. Nicht zu vergessen, die meisten deutschen Segler sind und fühlen sich n i c h t vom DSV vertreten!
Hallo,
ich habe vor 10 Jahren den Küstenschein für 1500.-DM, dann vor 6 Jahren den Binnenschein für 450.-€ gemacht. Uns wurde in der Fahrschule erklärt das der Sport-Boot- Binnenschein, der einzige amtlich beglaubigte, Weltweit gültige Führerschein ist.( Dank EU Reform) Es wurde weiterhin erklärt das die DSV Führerscheine (Segelscheine), hier nicht mehr zu gehören!!! Der Grund lag darin, die Führerscheine wurden auf Verbandsebene gemacht und hatten im Ausland amtlich keine Gültigkeit(Chartern).Für mich ist die Aussage wichtig gewesen welcher Schein Weltweit gültig ist. Die Realität sieht so aus das mir schon mehrfach die Tagesplaketten am Ruhrsee/Eifel und verschiedene anderen Seen verweigert wurden. Mit dem Hinweis ich hätte keinen gültigen Segelschein!?!?! Zur Erklärung, ich fahre seit Jahren eine Jolle (Koralle)vorwiegend auf dem Isselmeer/Holland und habe mit ihr schon genügend schlecht Wetter durchgemacht. Der Gesetzgeber sollte endlich dafür sorgen das die Gutsherrn Auffassungen des DSV sowie der Ortansässigen Segelschulen beendet werden. Alles andere ist nur Geldmacherei.